Kurzfassungen der Meteorologentagung DACH
DACH2022-237, 2022
https://doi.org/10.5194/dach2022-237
DACH2022
© Author(s) 2022. This work is distributed under
the Creative Commons Attribution 4.0 License.

FESSTVaL: Field Experiment on sub-mesoscale spatio-temporal variability in Lindenberg – Übersicht der Messkampagne und erste Ergebnisse

Kristina Lundgren1, Felix Ament1, Cathy Hohenegger2, Frank Beyrich3, Ulrich Löhnert4, Martin Göber5, Henning Rust6, Mirjana Sakradzija5, Ivan Bastak-Duran7, Matthieu Masbou8, and Annika Jahnke-Bornemann9
Kristina Lundgren et al.
  • 1Institute for Meteorology, Universität Hamburg, Germany (kristina.lundgren@uni-hamburg.de)
  • 2Max Planck Institute for Meteorology, Germany
  • 3Deutscher Wetterdienst, Meteorologisches Observatorium Lindenberg, Germany
  • 4Universität zu Köln, Germany
  • 5Deutscher Wetterdienst, Hans-Ertel-Centre for Weather Research, Germany
  • 6Freie Universität Berlin, Germany
  • 7Goethe Universität Frankfurt, Germany
  • 8Deutscher Wetterdienst, Research and Development, Germany
  • 9Integrated Climate Data Center, Universität Hamburg, Germany

Die FESSTVaL-Messkampagne (Field Experiment on sub-mesoscale spatio-temporal variability in Lindenberg) wurde im Sommer 2021 als eine große Kooperation mit gut zwei Dutzend Forschenden in der Umgebung des Meteorologischen Observatoriums Lindenberg des Deutschen Wetterdienstes durchgeführt. Im Rahmen des Projektes stehen sommerliche Wetterereignisse im Fokus, um die Entstehung von „Cold Pools“ und Windböen in der konvektiven Grenzschicht sowie deren Wechselwirkung besser zu verstehen. Aufgrund der kleinskaligen Natur dieser Wetterphänomene, können sie nur bedingt von konventionellen Bodenmessungen erfasst werden, können aber nichts-desto-trotz großen Schaden anrichten. Einzigartig für diese Kampagne ist daher die hohe Dichte der durchgeführten Bodenmessungen mit über 100 bodennahen Messungen hinsichtlich Temperatur und Druck und 20 automatischen Wetterstationen sowie ein dichtes Bodenfeuchtemessnetz. Ein X-Band Radar und mehrere Energiebilanzstationen wurden ebenfalls eingesetzt. Des Weiteren wurden in Kooperation mit externen Partnern am KIT und DLR neun Doppler-Lidar-Systeme für Messungen des Windprofils und von Turbulenzvariablen bis in mehrere Kilometer Höhe koordiniert getestet. Durch ein Messnetz von vier Mikrowellenradiometern und weiteren „Profilern“ wurden thermodynamische Eigenschaften der Grenzschicht sowie von Wolken und Niederschlag gemessen. Zusätzlich dazu wurden Messflüge mit unbemannten und ferngesteuerten Flugzeugen durch die Universität Tübingen und das DLR durchgeführt, um weitere Informationen in der Vertikalen zu erzielen und um die bodengebundene Fernerkundungssysteme zu evaluieren.

Als Ergänzung zu diesen Messungen wird im Rahmen des Projektes der Informationsgewinn durch ein Citizen Science Messnetzes untersucht. Die Messungen werden außerdem durch hoch-aufgelöste large-eddy Simulationen (ICON-LES) ergänzt. Die Ergebnisse des Projektes sollen unter anderem dazu dienen, die Darstellung solcher kleinskaligen Prozesse in der numerischen Wettervorhersage zu verbessern und neue Messstrategien zu definieren. Die Datenprodukte der Kampagne werden unter dem FAIR-Prinzip behandelt und werden über einer Plattform am Integrated Climate Data Center der Universität Hamburg zur Verfügung gestellt. Dieser Beitrag wird die Messstrategie von FESSTVaL näher beleuchten, erste Erkenntnisse und Ergebnisse zusammenfassen sowie einen Einblick in die Datenverfügbarkeit und deren Verwertungsperspektive geben.

How to cite: Lundgren, K., Ament, F., Hohenegger, C., Beyrich, F., Löhnert, U., Göber, M., Rust, H., Sakradzija, M., Bastak-Duran, I., Masbou, M., and Jahnke-Bornemann, A.: FESSTVaL: Field Experiment on sub-mesoscale spatio-temporal variability in Lindenberg – Übersicht der Messkampagne und erste Ergebnisse, DACH2022, Leipzig, Deutschland, 21–25 Mar 2022, DACH2022-237, https://doi.org/10.5194/dach2022-237, 2022.